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Hintergrundinformation: das Equine Sarkoid

Das equine Sarkoid (ES) stellt der am häufigsten vorkommenden Hauttumor dar, der in vielen Fällen auf den ersten Blick einer Warze ähnelt. Er zeigt eine Tendenz zum lokalen infiltrativen Wachstum in der Haut und neigt zu Rezidiven. Metastasen in anderen Organen werden aber nicht beobachtet. Sarkoide haben verschiedene klinische Erscheinungsformen: okkult, verrukös, nodulär, fibroblastisch und gemischt. Dabei sind eher jüngere Pferde von der Erkrankung befallen. Allerdings ist bekannt, dass es auch bei älteren Tieren plötzlich zu einer Verbreitung und Vermehrung der Tumorgebilde kommen kann. Diese Krankheit kommt bei jeder Rasse, Geschlecht und Farbe vor.

Die Sarkoide sind zwar direkt nicht lebensbedrohlich, können aber sekundär im Falle ungünstiger Lokalisation die Nutzung eines Tieres beeinträchtigen. Daneben stellen sie ein kosmetisches Problem dar und können den materiellen sowie den Zuchtwert eines Pferdes reduzieren.

Die Sarkoid-Entwicklung beim Pferd stellt ein multifaktorielles Geschehen dar. Erstens scheint die genetische Prädisposition (Erblichkeit) eine vordergründige Rolle für die Ausbildung von Sarkoiden zu spielen. Das Auftreten von ES ist eng mit dem Vorhandensein von bestimmten Leukozyten-Antigenen verknüpft. Des Weiteren ist ursächlich gemäß heutigem Wissenstand ein Papilloma-Virus der Rinder (BPV 1 und 2) beteiligt. Bis heute wurden zwar keine Viruspartikel im Tumor selbst gefunden, es konnten aber genetische Informationen des BPV sowie ein Virusprotein im Sarkoid nachgewiesen werden. Der Immunstatus des Pferdes sowie vorausgegangene Hautläsionen ergänzen das Bild einer multifaktoriellen Genese der Sarkoide. Umweltfaktoren, wie Haltung oder Fütterung, können auch einen Einfluss auf die Entstehung von equinen Sarkoiden haben. Ihre Rolle wird in der Literatur aber bisher zu wenig berücksichtigt.

Die Behandlung von Sarkoiden erweist sich als schwierig und es ist häufig mit Rezidiven zu rechnen. Neben konventioneller chirurgischer Entfernung, Kryochirurgie mit Flüssigstickstoff bei -196° C und Laserchirurgie, Thermotherapie, radioaktiven Implantaten und photodynamischer Therapie werden im Rahmen der konservativen Therapien heute vor allem lokale Medikamente als Lösungen oder Salben eingesetzt (Chemotherapie). Neuerdings wird auch eine Bekämpfung der Tumorkrankheit mittels Immuntherapie durch Stimulation der körpereigenen Abwehr (z.B. die ursprünglich gegen Tuberkulose entwickelte BCG-Vaccine, Interleukine, Paramunitätsinducer oder Autogene Vaccine), sowie durch komplementäre Therapieformen wie Homöopathie (Thuja, Acidum nitricum,...) und Phytotherapie (Mistel, Sanguinaria canadensis,...) versucht.

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